Marketcrash? Zinsängste?

Zur Zeit wird wieder viel über Zinsen geschrieben. Es wird behauptet, dass wenn die Zinsen steigen, automatisch ein Crash folge.

Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Grundsätzlich müssen eine Reihe von Szenarien unterschieden werden. Im Augenblick ist es so, dass die amerikanischen Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit nahezu an der Nulllinie verharren. Die zehnjährigen Staatsanleihen hingegen haben deutlich angezogen.

Eine solche Situation, wenn das „lange Ende“ (also 10 Jahre) steigt, das „kurze Ende“ (also zwei Jahre) hingegen nicht, wird als Bear Steepener bezeichnet. Das kurze Ende ist das, was die FED beeinflussen kann und auch tatsächlich beeinflusst.

Jerome Powell hat sehr deutlich gemacht, dass auch mittelfristig die FED den Zinssatz nahe Null halten möchte. Die langfristigen Zinsen hingegen werden stark von der Inflationserwartung der Finanzmärkte beeinflusst. Sie standen am 9. März 2020 nahe 0,5% und bewegen sich inzwischen in Richtung 1,4%. Das darf man aber auch nicht überdramatisieren.

Im Zeitraum von Juli 2016 bis November 2018 stieg der Zinssatz für die zehnjährigen US-Staatsanleihen von 1,37 auf 3,24%. Das gegenwärtige Niveau ist also nicht, was an sich bedrohlich wäre. Dennoch ist ein sogenannter Bear Steepener oft ein Kennzeichen dafür, dass sich ein Aufschwung in einer späten Phase befindet. Dass mittelfristig ein Bärenmarkt aufziehen könnte und die Inflationserwartung steigt.

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