Woher kommen die Impfgegner im deutschsprachigen Raum? Eine große Gruppe, die besonders im Südwesten Deutschlands einflussreich sind, sind die Anthroposophen. In dieser Artikelserie wird nach dem Vorbild eines Fortsetzungsromans täglich ein weiterer Einblick in das irrationale Denken der Anthroposophie gegeben. Als Beispiel dient die Rassentheorie Rudolf Steiners.
Der Gesamttext erschien 2012 unter dem folgenden Titel Heiko Seiffert (2012): Rassistische Elemente in der Anthroposophie (1904 bis 1953). Shaker Verlag, 14,90 €.
1.1 Begründung der Anthroposophie durch Rudolf Steiner
Begründer der Anthroposophie war Rudolf Steiner, der 1861 in Kraljevec (heutige Kroatien) geboren wurde. Er avancierte 1902 zum Vorsitzenden der deutschen Sektion der „Theosophischen Gesellschaft“, deren Mutterorganisation 1875 in den USA aus dem von Helena P. Blavatsky (1831-1891) gegründete „Miracle Club“ hervorgegangen ist.1
Trotz Steiners führender Rolle in dieser Vereinigung kann er nicht ohne weiteres mit der „Theosophischen Gesellschaft“ in eins gesetzt werden. So war bereits die Übernahme des Vorsitzes in der deutschen Sektion an die Bedingung geknüpft, dass ihm relative Unabhängigkeit zugestanden werde. Steiners Amtszeit war durchgängig von Spannungen und Differenzen mit der Mutterorganisation begleitet, die 1913, nachdem die deutsche Sektion von ihm und seinen Mitstreitern zur „Anthroposophischen Gesellschaft“ umgegründet worden war, zu einem Ausschluss führten.2
1 Vgl. Gutenberger/Schweidlenka, Mutter Erde, S. 133-135.
2 Vgl. Gerhard Wehr, Rudolf Steiner, Wirklichkeit, Erkenntnis und Kulturimpuls, Freiburg i. Br. 1982, S.222ff.
Fortsetzung folgt
