Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass die Lage zwar durchwachsen, aber auch unklar ist.
Klar ist, dass Growth (orange Linie) ganz klar gen Süden abdreht. Die Zinsen werden steigen, dies ist für Value besser als für Growth. Soweit, so klar.
Beachtet werden sollte allerdings auch, dass bislang noch keinerlei „Ansteckung“ anderer Bereiche zu erkennen ist: Gold und Kupfer laufen seitwärts, die 10y-US-Staatsanleihen springen bislang noch nicht signifikant an und Value hält sich recht gut. Auf den ersten Blick sieht dies eher wie eine Sektorrotation (raus aus Growth) als wie der Vorbote eines veritablen Crashs aus.
Im Blick haben sollte man allerdings, dass die Profis wie im Dezember anfangen, sich abzusichern (der VIX ist auf 27 gestiegen). Man erwartet von der FED-Sitzung am Mittwoch möglicherweise negative „Überraschungen“ als Reaktion auf eine derzeitige US-Inflationsrate von 7 Prozent. Ich habe in meinem letzten Beitrag allerdings bereits darauf hingewiesen, dass die 5-jährige Inflationserwartung (5-Year Forward Inflation Expectation Rate) seit dem 15. Oktober um 18 Prozent gesunken ist, so dass es durchaus sein kann, dass die FED zwar sehr hawkish spricht, nicht aber unbedingt sehr falkenhaft handelt. Dies könnte der Markt dann mit einem Sprung nach oben quittieren, der wiederum eine Reihe von Anlegern auf dem falschen Fuß erwischen könnte.
Warten wir es ab.
