Kurzfristig: Risk Off – langfristig: Scheitel

Die Märkte sind wegen der Ukraine-Krise im Risk-off-Modus. Außer Cisco (das Tech-Unternehmen konnte heute, 17.2.2022, gute Quartalszahlen vorlegen) steigen im Augenblick lediglich Edelmetallwerte. Der Rest des Marktes ist unter Wasser.

Mittelfristig dürfte es auch nicht gerade bullish weiter gehen. Noch ist der Leitzins konstant, die Zinsen der 10y-Staatsanleihen signalisieren aber eine steigende Inflationserwartung. Eine solche Situation wird als Bear Steepener bezeichnet. Sie ist meistens ein Kennzeichen dafür, dass die US-Aktienmärkte ein Top ausbilden. In einer solchen Situation performen Energiewerte, Edelmetalle, Minenaktien (Industriemetalle) und Grundstoffe wie Papier oder Chemie. Weniger gut ist ein solches Umfeld für zyklische Konsumgüter, Finanztitel und REITs.

Es zeichnet sich bereits die nächste Marktphase ab, die durch eine Leitzinserhöhung gekennzeichnet ist. Eine solche Maßnahme der FED führt üblicherweise dazu, dass wenn der Leitzins stark genug erhöht wird, die Inflationserwartungen sinken und somit auch der Zins 10y US-Staatsanleihen wieder „herunterkommt“. In diesem Kontext wird von einem Abflachung der Zinskurve oder von einem Bear Flattener gesprochen. Oft invertiert die Zinsstrukturkurve im Verlauf dieses Prozesses, was ein relativ zuverlässiges Vorzeichen für eine Rezession ist.

Die Aktienmärkte laufen dieser Entwicklung oft voraus und gehen in Phasen steigender Leitzinsen oft in einen Bärenmarkt über.

Warten wir ab, was kommen wird.

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