Initiationsriten

Was haben Aufnahmerituale, Gerichtsverhandlungen und wichtige Prüfungen – wie Abitur oder ein Examen – gemeinsam?

Sie sind eine Art Initiationsritus. Ihnen haftet etwas Archaisches an, etwas, das tief in unserem Erbgut verankert ist, etwas, das atavistische Urerinnerungen aus prähistorischer Zeit aktivieren kann.

Initiationsriten haben auch heute noch eine wichtige Bedeutung. Besonders in einer Welt, die von Unsicherheit und Unbeständigkeit geprägt ist, können Initiationsriten dazu beitragen, das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl zu stärken und das Vertrauen in die eigene Kraft zu fördern.

In westlichen Gesellschaften führen starke Tendenzen zur Überbehütung dazu, dass Kinder und Heranwachsende sich zunehmend weniger Herausforderungen gegenübersehen. Dies kann zu einer Kultur der Vermeidung notwendiger Lebensherausforderungen führen. Damit berauben wir uns der Chancen des Menschseins, der Möglichkeiten, unsere Potenziale zu entfalten.

Aber: Nicht alle Initiationsriten sind gut. Manche sind sogar ziemlich schwachsinnig. Aber vielleicht sind sie besser als allzu rationale Risikovermeidung.

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