In einem Artikel auf thecradle.co analysiert F.M. Shakil die aktuellen Entwicklungen auf dem russischen Ölmarkt. Es wird deutlich, dass Russland trotz des Krieges in der Ukraine mehr Öl exportiert als zuvor. Als Zwischenhändler, die von Russland hohe Provisionen erhalten, fungieren Saudi-Arabien, Indien, China und andere Handelsnationen.
Die westlichen Sanktionen haben Moskau gezwungen, seine Energieexporte aktiv zu diversifizieren. Im Jahr 2022 sollen Öl- und Gasexporte sogar 45 Prozent des russischen Staatshaushalts ausmachen. Die Lücke, die durch den Rückgang der Ölexporte nach Europa entsteht, wird schnell durch neue Abnehmer in China, Indien und den Ländern am Persischen Golf gefüllt.
Hakam Valliani, ein in Dubai ansässiger Ölmagnat, erklärte gegenüber The Cradle, dass die Sanktionen im Großen und Ganzen keine nennenswerten Auswirkungen auf die russische Benzinversorgung gehabt hätten. Neue Käufer hätten die Lücke gefüllt, die der EU-Markt hinterlassen habe. So hat Saudi-Arabien laut Reuters beispiellose Mengen russischen Treibstoffs importiert, um die US-Sanktionen zu umgehen. Im März und Anfang April dieses Jahres importierte das Land eine Rekordmenge von 261.000 Tonnen russischen Dieselkraftstoffs.
Jüngste Erkenntnisse des Center for Global Energy Policy an der Columbia University haben die Europäische Kommission darauf aufmerksam gemacht, dass ölexportierende Länder in Westasien stark vom Konflikt in der Ukraine profitiert haben. Die Analyse zeigt, dass es Russland gelungen ist, seine Ölexporte auf neue Märkte umzulenken, und dass es die Sanktionen des Westens durch Diversifizierung ausgleichen konnte.
Diese Situation wirft die Frage auf, welche Maßnahmen notwendig sind, um einerseits die europäische Energieversorgung angemessen zu sichern und andererseits Russland die weitere Finanzierung seines Krieges in der Ukraine durch Ölexporte zu erschweren.
