Im kommenden Jahr könnten sich für den deutschen Michel einige unangenehme Szenarien zusammenbrauen, deren Auswirkungen schleichend ins kollektive Bewusstsein dringen.
Betrachtet man die möglichen Ereignisse einzeln, mag ihre Brisanz nicht sofort ins Auge springen. Die eigentliche Herausforderung würde aber erst entstehen, wenn sie gleichzeitig einträten. Dann könnten sie eine geradezu disruptive Wirkung entfalten.
Drei Landtagswahlen im Osten könnten zu tiefgreifenden Veränderungen im deutschen Parteienspektrum führen, indem die AfD in allen drei Landtagswahlen Ergebnisse zwischen 30 und 45 Prozent erzielt.
Dies könnte die CDU zu einer Öffnung nach rechts zwingen oder den Aufstieg der Werteunion als konservative CDU 2.0 beschleunigen.
Eine mögliche Wiederwahl Trumps am 5.11.2024 würde unmittelbar die Frage aufwerfen, ob die USA zeitnah aus der NATO austreten und ihre Unterstützung für die Ukraine einstellen würden.
Dies hätte nicht nur Auswirkungen auf die europäische Linke, sondern auch auf die EU selbst, die gezwungen wäre, sich rasch neu zu orientieren.
Die bisherige Langsamkeit könnte sich dabei als problematisch erweisen. Die Positionen Ungarns und der konservativen polnischen Opposition könnten geopolitisch gestärkt werden.
Glücklicherweise stehen die nächsten französischen Präsidentschaftswahlen erst 2027 an.
Die Bundestagswahlen im September 2025 würden jedoch bei einem Fortbestehen der Ampelkoalition stark von den oben skizzierten Entwicklungen beeinflusst.
Eine Neuauflage der Ampel-Koalition erscheint aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich.
Xi und Putin – oder ihre potenziellen Nachfolger – werden weiterhin versuchen, den Westen durch Nadelstiche, kriegerische Handlungen, Wahlmanipulationen, Flüchtlingswellen und Desinformationskampagnen zu destabilisieren. Eine nicht zu unterschätzende Dauerherausforderung.
