Vorweg: Diese Informationen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Der Autor ist kein Finanzexperte.
Bevor wir uns den Aktienmärkten widmen, macht es Sinn, sich in die Lage eines US-Anlegers zu versetzen und die politische Situation in den USA zu betrachten.
Nach dem Rückzug von Joe Biden wird erwartet, dass sowohl Kamala Harris als auch Donald Trump eine Politik verfolgen werden, die zu höheren Staatsausgaben führt. Harris plant Steuererhöhungen für Reiche und Unternehmen, während Trump Steuersenkungen befürwortet. Beide Ansätze könnten jedoch zu einer höheren Staatsverschuldung führen. Ob reich oder arm, man kann sich also auf höhere Staatsausgaben freuen.
Die Politik beider Kandidaten könnte inflationär wirken. Höhere Staatsausgaben könnten die Geldmenge erhöhen und damit die Preise steigen lassen. Aber wer braucht schon stabile Preise? Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Politik von Harris und Trump den US-Dollar schwächt, was die Attraktivität von US-Vermögenswerten für internationale Investoren verringern könnte. Fantastisch, noch mehr Gründe, sein Geld woanders anzulegen.
Unter den potenziellen Anlagesektoren könnte der Gesundheitssektor von Harris‘ geplanten Gesundheitsreformen profitieren, während Small Caps von Trumps Deregulierungsmaßnahmen profitieren könnten. Angesichts der hohen Staatsverschuldung und der Inflationsrisiken wird Gold als sicherer Hafen für Anleger empfohlen. Doch wer braucht schon Sicherheit?
Die aktuelle Marktlage zeigt einen starken Ausverkauf an den Aktienmärkten, wobei sich der Nasdaq fast in einer Korrekturphase befindet und eine inverse Zinsstrukturkurve auf eine mögliche Rezession hindeutet. Trotz des Marktrückgangs gibt es positive Signale wie neue Höchststände bei 165 Aktien, historische Erholungen der Nasdaq nach starken Einbrüchen, positive Gewinnprognosen für Small Caps, eine Wiederbelebung des IPO-Marktes und neue Höchststände bei Finanzwerten.
Negative Signale sind die inverse Renditekurve als Rezessionssignal, die steigende Kreditkartenverschuldung, ein steigender VIX, der auf mögliche weitere Rückgänge hindeutet, und massive Verkäufe von Commodity Trading Advisors (CTAs) in verschiedenen Märkten.
Die Sektoranalyse zeigt starke Verluste bei Technologie- und Halbleiteraktien, während der Energiesektor relativ robust bleibt. Gold und Silber gaben nach anfänglichen Gewinnen nach, und der US-Dollar konnte sich trotz des Ausverkaufs an den Aktienmärkten nicht behaupten.
Die Marktlage ist unsicher, es gibt sowohl positive als auch negative Signale. Einige Analysten empfehlen eine vorsichtige Anlagestrategie mit Beobachtung der Zinskurve, der Unternehmensgewinne und der Marktvolatilität. Genial, oder? Eine Strategie, die auf Beobachtung beruht.
Michael Burry hat große Positionen in Amazon, Alphabet und Oracle aufgrund der hohen Bewertungen und der beträchtlichen Gewinne seit Anfang 2023 verkauft. Stattdessen hat er seine Positionen in chinesischen Technologieaktien wie JD.com, Alibaba und Pinduoduo erhöht, da diese im Vergleich zu US-Aktien günstig bewertet sind und er eine Erholung der Unternehmensgewinne erwartet. Darüber hinaus hat Burry rund 7 % seines Portfolios in den SPDR Gold Trust investiert, da Gold in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit als sicherer Hafen gilt.
Diese Portfolioumschichtungen deuten darauf hin, dass Burry die US-Wirtschaft für anfällig hält und sein Vermögen in Sachwerte wie Gold und unterbewertete chinesische Aktien umschichtet.
Die allgemeinen Marktprognosen der Analysten deuten darauf hin, dass die US-Aktienmärkte überbewertet sind und in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich keine übermäßigen Renditen erzielen werden. Sowohl Harris als auch Trump werden wahrscheinlich eine Politik verfolgen, die die Inflation anheizt. In einem Umfeld steigender Inflation dürften sich Sachwerte wie Gold und Immobilien überdurchschnittlich entwickeln. Auch der Gesundheitssektor könnte sich unter Harris überdurchschnittlich entwickeln. Anleger sollten Vorsicht walten lassen und ihr Portfolio in Sachwerte und andere Anlageklassen diversifizieren. Die Marktbedingungen sind unsicher und es ist wichtig, auf verschiedene Szenarien vorbereitet zu sein. Die Prognosen der Analysten basieren auf den derzeit verfügbaren Informationen, und die Marktbedingungen können sich rasch ändern. Zudem haben sich Analystenkommentare in der Vergangenheit immer wieder als falsch und wenig hilfreich erwiesen. Anlegerinnen und Anleger sollten daher vorsichtig agieren und verschiedene Szenarien berücksichtigen.
Ich persönlich habe mich bereits vor einigen Tagen aus dem Markt zurückgezogen und bin im Moment völlig uninvestiert. Mal sehen, wie es weitergeht.
