Meinungsforschung vs. Prognoseplattformen: Wahl 2025 Analyse

Die Bundestagswahl 2025 rückt näher und sowohl klassische Meinungsforschungsinstitute als auch internationale Prognoseplattformen wie Polymarket liefern regelmäßig Prognosen.

Die klassischen Umfragen auf Wahlrecht.de zeigen derzeit klare Trends. An der Spitze liegt die CDU/CSU mit durchschnittlich 31%, gefolgt von der AfD mit 20% und der SPD mit rund 16%. Bemerkenswert ist das Abschneiden des Bündnisses Sarah Wagenknecht (BSW), das als neue Kraft einen Durchschnittswert von 5,5 % erreicht. Allerdings gibt es auch für das BSW immer wieder Werte, die ein Scheitern an der 5%-Hürde möglich oder sogar wahrscheinlich erscheinen lassen.

Klassische Umfragen versus Prognoseplattformen

Die Prognoseplattform Polymarket kommt zu teilweise ähnlichen, aber auch differenzierteren Ergebnissen. Für die CDU/CSU wird ein Stimmenanteil zwischen 30 und 35 % mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % als am wahrscheinlichsten angesehen. Dies entspricht den Einschätzungen der klassischen Umfragen. Aber auch für ein CDU-Ergebnis zwischen 25 und 30 % wird eine Wahrscheinlichkeit von 37 % angegeben. Dies deutet darauf hin, dass ein gutes Abschneiden von Merz, also ein Ergebnis von über 30 Prozent, keineswegs sicher ist.

Die AfD wird ähnlich eingeschätzt: Polymarket sieht eine Wahrscheinlichkeit von 52% für einen Stimmenanteil zwischen 20 und 25%, was konsistent mit den durchschnittlich 20% der Umfragen auf Wahlrecht.de ist. Die Wahrscheinlichkeit für ein schwaches Abschneiden der AfD (15 bis 20%) wird bei Polymarket mit 30% ebenfalls als hoch eingeschätzt. Werte über 25% der abgegebenen Stimmen werden mit einer Quote von 17,5% als relativ unwahrscheinlich prognostiziert.

Für die SPD zeigt Polymarket eine etwas optimistischere Perspektive. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 60% wird ein Stimmenanteil zwischen 15 und 20% erwartet. Der alten Dame wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 30% ein Ergebnis zwischen 10 und 15% der Stimmen zugetraut. Diese Einschätzung deckt sich mit den klassischen Umfragen, liegt aber im oberen Bereich der prognostizierten Werte.

Bei den Grünen ist das Bild weniger eindeutig. Während Wahlrecht.de sie bei 14% sieht, schätzt Polymarket die Wahrscheinlichkeit, die 15%-Hürde zu überspringen, auf nur 35%. Hier könnten Unterschiede in der Wahrnehmung der Grünen in Deutschland und den USA eine Rolle spielen.

Favoritenrolle der CDU/CSU

Die größte Einigkeit herrscht über die Favoritenrolle der CDU/CSU. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 92% bei Polymarket scheint ihr Wahlsieg so gut wie sicher. Der nächste Bundeskanzler wird mit überwältigender Wahrscheinlichkeit Friedrich Merz heißen. Alle anderen Kandidaten, darunter Alice Weidel von der AfD (4,3%) und Olaf Scholz von der SPD (2%), haben nur geringe Quoten.

Regierungsbildung nach der Wahl

Die Analysen zur Regierungsbildung nach der Wahl ergeben ein klares Bild. Die CDU/CSU wird nach den Quoten von Polymarket mit 96% Wahrscheinlichkeit in der Regierung vertreten sein, gefolgt von der SPD mit 82%. Die Grünen liegen bei 34%, während FDP, AfD und BSW mit 18%, 8% bzw. 6% nur marginale Chancen haben. Interessant ist, dass Polymarket die Wahrscheinlichkeit einer Regierungsbeteiligung der AfD höher einschätzt als die von Sarah Wagenknecht. Allerdings dürfte auch nach den Quoten von Polymarket die Brandmauer wohl halten. Polymarket prognostiziert mit seinen Quoten deutlicher als die deutschen Umfragen eine Große Koalition.

Fazit

Die unterschiedlichen Methoden der Datenerhebung bieten interessante Einblicke. Klassische Meinungsforschungsinstitute wie INSA, Allensbach und Forsa setzen auf repräsentative Befragungen, während Polymarket durch Handelsaktivitäten eine Art Schwarmintelligenz nutzt. Im Ergebnis zeichnen beide Ansätze ein ähnliches Bild, insbesondere für die großen Parteien wie CDU/CSU, SPD und AfD.

Kleinere Parteien wie – Achtung, liebe Wokis, jetzt bitte ganz tapfer sein – die Grünen, die FDP oder das Bündnis Sarah Wagenknecht könnten hingegen noch von den dynamischen Entwicklungen im Wahlkampf profitieren.

Der Hauptunterschied zwischen den Quoten von Polymarket und den Umfrageergebnissen
Meinungsforschungsinstituten liegt meines Erachtens in einer geringeren Gewichtung der Grünen. Dagegen wird die SPD bei Polymarket etwas ernster genommen, als es die deutschen Zahlen zeigen.

Insgesamt ist dieses Ergebnis nur mäßig spannend. Da war der US-Wahlkampf deutlich aufregender, weil die Differenzen zwischen den Vorhersagen deutlich größer waren.

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