Geheimer Krieg gegen Russlands Energie – und Trumps verdeckte Interessen

US-Geheimdienstkooperation bei Ukraine-Schlägen

„Riss in Flugzeugscheibe: US-‚Kriegsminister‘ Hegseth muss zwischenlanden“, meldet ein ungenannter Focus-Autor am Mittwoch, 15. Oktober 2025. Die Art der Berichterstattung, die den Titel „Kriegsminister“ mit anzüglichen Anführungszeichen versieht – eine rhetorische Praxis, die an die Methoden der Springer-Presse im Umgang mit der DDR erinnert – entspricht leider dem traurigen Standard eines großen Teils der deutschen Medienlandschaft im Jahr 2025.

Ganz anders das Niveau der Financial Times, die am 12. Oktober 2025 über den tatsächlichen Kern der amerikanischen Machtpolitik berichtet: die verdeckte militärische Steuerung ukrainischer Angriffe auf russische Energieanlagen durch US-Geheimdienste.

Wie die Financial Times darlegt, liefern die Vereinigten Staaten der Ukraine seit Monaten gezielte Aufklärungsdaten zu Flugrouten, Flughöhen und Zielschwachstellen. Ziel ist es, Russlands Wirtschaft zu schwächen und Präsident Putin zu Verhandlungen zu zwingen. Seit dem Sommer wurde diese Unterstützung deutlich intensiviert – nach einem Telefonat zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj im Juli 2025, in dem Trump „nur fragte“, ob Kiew auch Moskau treffen könne.

Militärisch und wirtschaftlich zeigen die Ergebnisse Wirkung: Mehrere Raffinerien wurden zerstört, die Produktion gedrosselt, Dieselimporte notwendig. Bis zu 20 Prozent der russischen Kraftstoffkapazität gelten als ausgefallen.

Zelenskyj spricht von einer „gemeinsamen Verteidigungsstrategie“ und vermeidet operative Details. Trump betont öffentlich, er wolle den Krieg beenden, deutet aber an, dass er den Einsatz amerikanischer Marschflugkörper erwägen würde, sollte Moskau weiter blockieren.

Teil eines größeren Systemkriegs

Diese verdeckte Eskalation ist mehr als ein regionales Manöver. Sie ist Teil des globalen Machtkampfs zwischen NATO und QUAD versus BRICS und SCO. Es geht um vier Machtachsen: militärische Schlagkraft, fiskalische Kontrolle, politische Hegemonie und Verfügung über Rohstoffe. Geheimdienstkoordination ersetzt reguläre Truppen, der fiskalische Druck richtet sich gegen Russlands Energieexporte, politisch dient der Krieg als Test amerikanischer Handlungsfähigkeit. Rohstoffseitig werden Öl, Gas und Raffineriekapazitäten ins Zentrum des Konflikts gerückt.

Eine Linie wird sichtbar: Trumps Regierung setzt im Nahen Osten auf Stabilisierung, während sie in Osteuropa gezielte Destabilisierung nutzt – ein Doppelzug im Dienst amerikanischer Systemdominanz.

Interessenlage und mögliche Anreizkonflikte

Trumps persönliche und familiäre Geschäftsinteressen sind nicht ursächlich für die strategische Linie, schaffen aber potenzielle Anreize. Die Trump Organization betreibt Projekte in Oman, Dubai und Katar, häufig mit Kapital aus saudisch geführten Fonds. Über Jared Kushner bestehen Verbindungen zum saudischen Staatsfonds PIF, der Milliarden investiert hat. Steigende Ölpreise und stabile Golfmärkte stärken diese Strukturen.

Rückkehr zur Machtpolitik

Der Konflikt markiert eine neue Kriegsform: technologisch präzise, geheimdienstlich gesteuert, ökonomisch kalkuliert. Die USA führen keine eigenen Truppen ins Feld, sondern orchestrieren Zielauswahl und Wirkung. Russlands Energieinfrastruktur wird zum Hebel eines hybriden Kriegs, in dem Wirtschaft und Sicherheit verschmelzen. Die Ukraine ist Frontlinie und Stellvertreter zugleich.

Ob diese Strategie Russland zu Verhandlungen zwingt oder nur die Energiepreise treibt, ist offen. Sicher ist: Der Krieg hat sich von den Schützengräben in die Finanz-, Energie- und Datenräume verlagert – dorthin, wo im 21. Jahrhundert Macht ausgeübt wird.

Die Europäer und besonders die Deutschen spielen in dieser ganzen Angelegenheit überhaupt keine Rolle mehr. Diesen Status haben sie sich seit 2005 redlich verdient. Joschka, wo bist du?

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