Trump sorgt für Turbulenzen an den Märkten

Was ist passiert?

Derzeit verzeichnen die Börsen weltweit deutliche Verluste. Auslöser ist die Zollpolitik von Donald Trump. Mit dieser Politik sollen Handelspraktiken korrigiert werden, die Trump als unfair empfindet. Inwieweit diese Einschätzung der Realität entspricht, kann durchaus kritisch hinterfragt werden. Darüber hinaus will Trump die amerikanische Industrie stärken und die Staatseinnahmen erhöhen. Dabei setzt er auch gezielt Zölle als Druckmittel gegenüber anderen Staaten ein.

Besonders auffällig ist die Art der Zollberechnung: Normalerweise orientieren sich Zölle zumindest teilweise an den Barrieren, die die Handelspartner selbst errichten. Trump hingegen orientiert sich nicht an bestehenden Handelshemmnissen, sondern an den bilateralen Handelsbilanzen. Dieser Ansatz ist, vorsichtig ausgedrückt, wenig präzise. Die zugrunde liegenden Daten sind von schlechter Qualität, intransparent und beruhen auf einer Reihe ökonomischer Fehleinschätzungen.

Welche Ziele können mit den aktuellen Ausverkäufen erreicht werden?

Betrachtet man den S&P 500 auf Monatsbasis, so liegt die erste relevante Zielmarke im Bereich von 4800 Punkten. Diese Marke resultiert aus dem Hoch vom Dezember 2021. Die nächste signifikante Unterstützung befindet sich auf Höhe des Tiefs der anschließenden Korrektur bei rund 3500 Punkten.

Sollte sich der Abverkauf deutlich fortsetzen und das Ausmaß der Finanzkrise – damals verlor der S&P 500 rund 60 Prozent – übertreffen, könnte im Extremfall sogar das Niveau des Corona-Tiefs bei rund 2100 Punkten angesteuert werden. Dies entspräche einem Rückgang von rund 68 Prozent gegenüber dem Höchststand.

Derzeit beträgt der Rückgang etwa 14 Prozent. Ein Rückgang auf etwa 4600 Punkte entspräche einem Verlust von etwa 23 Prozent. Ein Erreichen der 3500-Punkte-Marke entspräche einem Rückgang von etwa 43 Prozent. Das Erreichen des Corona-Tiefs würde, gemessen am Hoch, einen Rückgang von etwa 68 Prozent bedeuten.

Überträgt man diese Überlegungen auf die NASDAQ, könnten sich folgende Zielmarken ergeben: Ein erster signifikanter Rückgang könnte bei etwa 16.800 Punkten enden. Dies entspräche einem Verlust von rund 23 Prozent gegenüber dem Hoch und würde auch dem Dezemberhoch 2021 entsprechen. Ein zweites mögliches Ziel wäre das Tief vom Oktober 2022, was einem Rückgang von rund 52 Prozent entspräche. Sollte die NASDAQ, wie in der extremsten Variante, das Corona-Tief anpeilen, wäre ein Abverkauf von rund 70 Prozent zu verzeichnen.

Würde der S&P 500 um 50 Prozent fallen, läge das KGV auf Basis der aktuellen Gewinne pro Aktie bei 11. Dies wäre eine sehr attraktive Bewertung, die auch in vergangenen Crashs nicht unrealistisch war. Die NASDAQ würde bei einem Kursrückgang von 50 Prozent gegenüber dem Höchststand ein KGV von 15 aufweisen. Bei einem Kursrückgang von 70 Prozent käme der S&P 500 auf ein KGV von 6,6, was historisch betrachtet mehr als ungewöhnlich wäre. Der NASDAQ hingegen wäre mit einem KGV von 9 sehr attraktiv. Die Prognose, dass der S&P 500 43% verliert und bei ca. 43% Kursverlust stoppt und sein Tief bei ca. 3500 ausbildet, könnte also ein Schuss ins Blaue sein. An der NASDAQ sind die Bewertungen höher. Hier könnte ein vernünftiges Ziel bei 14000 oder bei 10000 liegen. Wer weiß das schon?

Natürlich kann niemand mit Sicherheit vorhersagen, wie sich die Situation tatsächlich entwickeln wird. Es erscheint daher ratsam, die Situation genau zu beobachten, flexibel zu bleiben und auf Sicht zu fahren. Entscheidend ist, innerhalb vernünftiger Parameter angemessen und überlegt zu handeln.

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